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"Bin ich dir zu elektrisch?": Friedrich Schlegels elektrische Männer und organische Frauen

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Matthew Pollard

Résumé du colloque

Die Forschungsarbeiten von Wissenschaftlerinnen wie Bovenschen, Becker-Cantarino und Horsley untersuchen die literarische Konstruktion des ewig "natürlichen" Weiblichen als Wunschbild einer von Männern dominierten Gesellschaft im 18. und 19. Jahrhundert. Auf den Niveau der internalisierten Ideologie ordnet Sophie LaRoche in ihrem Roman Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim eine solche "weibliche" Blicklichkeit der Rosen- und Blumenzierkünste, um Vernunftarbeit und Standhaftigkeit der Hauptfigur zu unterstreichen. Im Jahrhundert des Paradigmenwechsels, mit dem Galvani die Eigenschaften der statischen Elektrizität entdeckte, führten Schriftsteller wie Goethe und Schlegel diese Technik auch auf den Eigenschaften naturwissenschaftlichen Ursprungs zurück. Metaphern ein, die nicht nur Elemente des wissenschaftlichen Wortschatzes benutzen, sondern auch geschlechtsspezifische Charakteristika befrachten. Während dieser Epoche gab es auch den Begriff der "Science Fiction", die als Bezeichnung für die literarische Einbeziehung von den des Tagesgeschehens verstandenen speziellen der Literatur und der Wissenschaft ansehen. Die Erfüllung dieser Einigung glaubt man in Goethes chemischer Allegorie Die Wahlverwandtschaften zu erkennen. Die Untersuchung jener Literaturtechnik, die durch bekannte Forschungsgebiete eine Grundbasis der Metaphorik bildet, enthüllt das sogenannte "engenderment" von Phänomenen wie Elektrizität ins Literarische, um sozialbedingte Episteme wie weibliche Passivität und männliche Aktivität aufrechtzuerhalten. Friedrich Schlegels Bilder der Elektrizität in seiner veröffentlichten Aufsatzsammlung Theorie der Weiblichkeit implizieren die männlichen Positionierung des Dynamischen und Dämonischen und setzen eine binäre Beziehung zwischen dem Männlichen-Elektrischen und dem Weiblichen-Organischen voraus. Mit einigen "elektrisierenden" Texten des 18. und 19. Jahrhunderts, zu denen auch Goethes Die Leiden des jungen Werther zählt, versucht dieser Vortrag, dieses strahlende Thema näher zu beleuchten.

Contexte

news icon Thème du colloque :
Études germaniques
host icon Hôte : Université du Québec à Montréal

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Titre du colloque :

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