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Erklärung oder Ausreden?—Hans Werner Richters 'Die Stunde der falschen Triumphe'

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Thilo Joerger

Résumé du colloque

Hans Werner Richter, Initiator und Vaterfigur der Gruppe 47, sozialkritischer Schriftsteller und Verfasser zeitkritischer Romane, ist allein durch seine Biographie gegen den Verdacht gefeiert, er wolle nationalsozialistisches Mitläufertum beschönigen. Trotzdem wurde dieser Verdacht aus Anlaß von Richters 1981 erschienenem Roman 'Die Stunde der falschen Triumphe' von der Kritik geäußert. Der Roman schildert die parallelen Biographien zweier unmoralischer Charaktere, die auf Grund ihrer Mittelmäßigkeit auf verschiedene Weise und wider Willen zum Erfolg der Nazis beitragen. Der Erzähler motiviert und erklärt das Handeln der Charaktere so detailliert, daß der Eindruck einer gewissen Tragik des Mitläufertums entstehen könnte. Der Roman bietet somit Anlaß zu Fragen über die moralische Verpflichtung deutscher Autoren nach 1945: Hat der Autor das Recht, verwerfliches Handeln verständlich zu beschreiben? Und: Leistet Richter mit seinem Roman einen Versuch, die nationalsozialistische Mitläuferschaft als schicksalhaftes Verhängnis darzustellen und somit zu entschuldigen?

Contexte

host icon Hôte : Université de Montréal

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