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Lessings Kunstgriff im Laokoon

WM

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W. Moser

Résumé du colloque

Die Nachahmungstheorie setzt in der Operation, die vom Vorbild zum Abbild führt, einen Originalverlust und fordert zugleich die Aufhebung dieses Verlusts. Lessing gibt sich, im Laokoon, diese Theorie selbst als Rahmen. Damit übernimmt er auch die hierarchische Abstufung der Künste nach der Grösse ihres Nachahmungsverlusts: Bildhauerei, Malerei, Dichtung. Nun gibt Lessing aber der Malerei und Dichtung den Vorrang über die Malerei und die Bildhauerei. Daraus entsteht ein Widerspruch, den er in seiner Schreibpraxis mit einem doppelten Kunstgriff auflöst: einerseits durch das Ausarbeiten des Ut-pictura-poesis-Motivs in eine neue Metaphorik. Andererseits durch die Aufspaltung der Dichtung in Poesie und Prosa. Der Parasit bestätigt die Hierarchie der Künste, er nimmt den im Dichter ausstehenden unteren Platz ein. Der Poet hingegen kehrt um, indem er die totale Aufhebung des Verlusts von Leben, Gegenwart und Ganzheit vortäuscht. Der Kunstgriff dieser Umkehrung nach oben fällt im Text fast zusammen mit den theoretisch dargestellten Kunstgriff der Umsturz- und Herabsetzung - von Malerei in Dichtung, gerade so wie bei Raffaels Figuren Gewand und Körper fast zusammenfallen. Das 'fast' generiert Bedeutung.

Contexte

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Germanistique
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Germanistique
host icon Hôte : Université de Sherbrooke

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