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Résumé du colloque
Seit der Veröffentlichung des Fragments im Jahre 1790 wird die fünfte Szene in Goethes Faust I meistens autobiographisch interpretiert, der vorwiegend theologischen Universitätsatire zugeordnet und durchweg negativ bewertet. Die neuere Forschung (Hans Arens u.a.) stellt jedoch die bisherige Interpretation in Frage und verweist auf die im Text enthaltenen Spuren elementarer politischer Dichtung. Dieser Perspektivenwechsel bietet die Möglichkeit einer differenzierteren Neubewertung dieses kurz nach der französischen Revolution erschienenen Textes, der dem politischen Bezugssystem der Zeit Rechnung trägt. Der Autor benutzt das künstlerische Mittel der Satire und unterstreicht besonders in den spöttischen und ironischen Liedeinlagen die Notwendigkeit einer gesellschaftspolitischen Reform. Unsere Untersuchung verfolgt das Wechselverhältnis von Wirklichkeit und poetischer Aussage. Die Analyse stützt sich auf die von Walter Hinderer vorgestellten Theorien zur Bewertung politischer Lyrik, die sich auf das politische Theater übertragen lassen.
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