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Spracheneinstellungen in der Berliner Sprachgemeinschaft nach der 'Wende' 1989

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Irena Schmidt-Regener

Résumé du colloque

Die sozioökonomischen Veränderungen, die nach der 'Wende' im Herbst 1989 in der damaligen DDR und besonders nach der Wiedervereinigung Deutschlands alle Bürger der ehemaligen DDR existentiell betroffen haben, haben auch Modifikationen in deren Sprachverhalten nach sich gezogen. Besonders gut dokumentier- und damit nachvollziehbar ist diese Entwicklung anhand des Sprachverhaltens der Berliner Sprachgemeinschaft, das auch erste vorsichtige Schlüsse auf inzwischen modifizierte Spracheinstellungen der Ostberliner zulässt: War der Gebrauch des Berlinischen bis 1989 in Ostberlin positiv besetzt, prestigegebunden und identitätsbefestigend, so zeichnet sich - nach den uns vorliegenden Untersuchungen von 1995 - ein deutlicher Trend zur Übernahme des westlichen Prestigemodells ab, d.h. der Gebrauch des Berlinischen und damit das Berlinische selbst als Varietät werden tendenziell stigmatisiert, als Kriterium zur sozialen Abgrenzung herangezogen und zugunsten (des Gebrauchs) der Standardvarietät zurückgedrängt. Das bedeutet, dass der Anpassungsdruck, dem die Ostdeutschen im Allgemeinen und die Ostberliner im spezifischen Falle ausgesetzt sind, auch auf sprachlichem Gebiet funktioniert. Diese Grundthese soll auf der Grundlage des empirischen Materials (Auswertung von ca. 600 Fragebogen und ca. 30 soziolinguistischen Interviews; je zur Hälfte aus Ost- und aus Westberlin) belegt und nach sozialen Parametern differenziert werden.

Contexte

host icon Hôte : Université McGill

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